Die Labioplastik (Verkleinerung der inneren Schamlippen) gehört zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen im Bereich der Intimchirurgie. Auf beiden Seiten des Scheideneingangs befinden sich die inneren und äußeren Schamlippen. Ihre Größe, Farbe und Form können von Person zu Person unterschiedlich sein. Im Laufe der Zeit können Schwangerschaften, hormonelle Veränderungen oder die Reibung durch Unterwäsche zu Veränderungen des Gewebes führen.

Für wen ist eine Labioplastik geeignet?

Die Frage, für wen eine Labioplastik infrage kommt, lässt sich anhand verschiedener Beschwerden beantworten.

  • Wenn die inneren Schamlippen als zu groß oder zu dunkel empfunden werden und dadurch ästhetisches Unbehagen entsteht.
  • Wenn die inneren Schamlippen beim Tragen eines Badeanzugs oder enger Kleidung deutlich sichtbar sind.
  • Wenn aufgrund vergrößerter Schamlippen vermehrter Ausfluss oder wiederkehrende Infektionen auftreten.
  • Wenn nach einer Geburt Narben durch Schnitte oder Risse zurückgeblieben sind.
  • Wenn die äußeren Schamlippen erschlafft, faltig oder volumenarm erscheinen und dadurch älter wirken.
  • Wenn nach einer Gewichtsabnahme eine Erschlaffung der inneren oder äußeren Schamlippen auftritt.

Personen mit solchen Beschwerden können für eine Labioplastik infrage kommen. Ob der Eingriff tatsächlich geeignet ist, sollte im Rahmen einer individuellen fachärztlichen Untersuchung entschieden werden.

Wie lange dauert eine Labioplastik und welche Risiken bestehen?

Eine Labioplastik dauert ungefähr 30 Minuten. Der Eingriff kann unter örtlicher Betäubung oder auf Wunsch der Patientin unter Vollnarkose durchgeführt werden. In der Regel ist eine Entlassung noch am selben Tag möglich. Die erste Heilungsphase dauert ungefähr 15 Tage. Obwohl die Labioplastik normalerweise mit einem überschaubaren Operationsrisiko verbunden ist, können wie bei jedem chirurgischen Eingriff Komplikationen wie Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Narbenbildung oder Veränderungen der Empfindlichkeit auftreten.

Worauf sollte man nach einer Labioplastik achten?

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff müssen auch nach einer Labioplastik bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

Dazu gehören:

  • Der Intimbereich sollte sorgfältig gereinigt und möglichst trocken gehalten werden.
  • Auf Schwimmen im Meer oder im Schwimmbad sollte für einige Wochen verzichtet werden.
  • Intensive körperliche Aktivitäten und anstrengende Sportübungen sollten vermieden werden.
  • Während der Heilungsphase sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.
  • Besonders während der ersten 15 Tage sollten keine sehr engen Hosen oder Kleidungsstücke aus groben, stark reibenden Stoffen getragen werden.

Die vom behandelnden Arzt verordneten Medikamente und Pflegeanweisungen sollten konsequent eingehalten werden. Durch diese Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko möglicher Infektionen und anderer Komplikationen reduzieren.

Geburt nach einer Labioplastik

Eine Labioplastik beeinträchtigt normalerweise weder die Möglichkeit einer späteren Geburt noch den natürlichen Geburtsverlauf. Auch eine Schwangerschaft oder Geburt vor beziehungsweise nach der Operation muss das Behandlungsergebnis nicht zwangsläufig beeinflussen. Allerdings können Schwangerschaft und Geburt zu erneuten Veränderungen des Gewebes führen.

Wann ist die Heilung vollständig abgeschlossen?

Der Genitalbereich und die Schleimhäute verfügen über eine gute Durchblutung. Deshalb können sich die Gewebe nach einem chirurgischen Eingriff normalerweise vergleichsweise schnell regenerieren. Die Wundheilung ist häufig innerhalb von etwa 2 bis 4 Wochen weitgehend abgeschlossen. Sichtbare Schwellungen können jedoch bis zu 2 Monate bestehen bleiben, während der vollständige Rückgang der Schwellungen bis zu 6 Monate dauern kann. Dieser Verlauf unterscheidet sich von Person zu Person. Nicht jede Patientin erlebt dieselben Beschwerden oder benötigt die gleiche Heilungsdauer.